Bisher waren Nanomaterialien eine Domäne der Chemiekonzerne. Jetzt ist die neue Schlüsseltechnologie daran, sämtliche Branchen zu erobern. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten Startups wie die HeiQ Materials. (IFJ)
Der Ursprung des Erfolgs von HeiQ liegt an der ETH Zürich. Dort entwickelte Murray Height - Mitgründer und ehemals Teilnehmer bei venture leaders - eine clevere Technologie zur Produktion von Partikeln.
Das Silber wird eingebettet
Das Besondere daran: Gleichzeitig mit den Nano-Partikeln wird ein Trägermaterial erzeugt, in das die Teilchen eingebettet sind wie die Rosinen im Kuchen. Das schützt sie vor äusseren Einwirkungen. Textilien, die mit antimikrobiellem Silber von HeiQ ausgerüstet sind und darum keine unangenehmen Gerüche produzieren, überstehen auch 100 Waschgänge.
Technische Probleme gelöst
Die Einbettung der Nanoteilchen in eine Matrix erleichtert auch die Produktion beim Kunden. So verklumpen die Mikrometer grossen Matrizen im Gegensatz zu einzelnen Nanoteilchen nicht. Damit umschifft HeiQ eine typische Schwierigkeit bei der Integration von Nanomaterialien in Polymere.
Unterstützung über das Technische hinaus
HeiQ unterstützt seine Kunden nicht nur technisch, «sondern bis hin zum Marketing», erklärt Carlo Centonze, Mitgründer und Partner des Startup. Um dies leisten zu können, hat Centonze in den vergangenen Jahren das Know-how des ohnehin interdisziplinären Kernteams gezielt vergrössert - etwa durch den Kauf einer kleinen Textilchemiefirma in Wattwil SG.
Global tätige Kunden
Die Strategie geht auf. Beim Besuch am Standort in Zurzach, in einer ehemaligen Fabrik der Chemiefirma Solvay, zeigt Centonze eine Produktionsanlage, die demnächst den Vollbetrieb aufnehmen wird. Sie stellt eine flüssige, mit Mikrokomposit-Silber versehene antimikrobielle Appretur für Textilien her. Den Namen des künftigen Hauptkunden darf Centonze noch nicht verraten, doch so viel stellt er klar: «Es ist ein global führendes Unternehmen.»